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BMF Verordnung
Neue Fin­Stab­DEV ver­bes­sert Da­ten­la­ge zu Wohnim­mo­bi­li­en­fi­nan­zie­run­gen

Am 3. Februar 2021 ist die Finanzstabilitätsda­tenerhebungsverordnung (FinStabDEV) in Kraft getreten. Mit der FinStabDEV ermäch­tigt das BMF die Deutsche Bundesbank dazu, regel­mäßig relevante Daten zu Wohnimmobilien­finanzierungen zu erheben. Die verbesserte Datenlage stärkt die makroprudenzi­elle Überwachung und ermöglicht einen wirksamen Einsatz makroprudenzieller Instrumente.

Im Kern schafft die FinStabDEV ein Meldewesen für neu vergebene Kredite zur Finanzierung von Wohnimmobilien. Mel­depflichtig sind nicht nur Banken, sondern auch Fonds und Versicherer, sofern sie solche Finan­zierungen vergeben. Sämtliche Informationen wer­den in anonymisierter und teilaggregierter Form er­hoben. Wichtig sind u. a. Angaben zu Marktwerten finanzierter Immobilien und zu den Charakteris­tika neu vergebener Darlehen, z. B. zur Darlehens­höhe und zur Tilgung. Erfasst werden soll auch die Darlehensvolumen-Immobilienwert-Relation, das ist das Verhältnis zwischen dem gesamten Fremd­kapitalvolumen einer Wohnimmobilienfinanzie­rung und dem Marktwert der hiermit finanzier­ten Wohnimmobilien. Zudem werden Daten zur Schuldendienstfähigkeit und zum Verhältnis zwi­schen der Gesamtverschuldung und dem Einkom­men des Darlehensnehmers zum Zeitpunkt der Kreditvergabe erfasst. Diese Angaben spiegeln die Fähigkeit der Kreditnehmer wider, eingegangene finanzielle Verpflichtungen dauerhaft bedienen zu können. Damit lässt sich ein Aufbau von Risiken bei den Darlehensnehmern beziehungsweise die Lockerung von Kreditvergabestandards abschät­zen.

Mit der FinStabDEV werden bestehende Datenlücken geschlossen, sodass zukünftig Stabilitätsri­siken aus der Finanzierung von Wohnimmobilien besser erkannt werden können. Zur Abwehr von Risiken für die Finanzstabilität stehen der Bundes­anstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) Instrumente zur Verfügung, die sie einsetzen kann. So kann die BaFin nach § 48u Kreditwesengesetz die Relation der Darlehenshöhe zum Beleihungs­wert beschränken oder Vorgaben zur Rückzahlung (Amortisation) von Darlehen erlassen. Die bessere Datenlage wird eine sachgerechte Justierung die­ser Instrumente unterstützen. Sie erlaubt auch die Evaluierung der Wirksamkeit, wenn Instrumente eingesetzt werden. Mit der Datenerhebung werden zudem die Vorgaben des Europäischen Ausschusses für Systemrisiken erfüllt.