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Über­wa­chung

Der Ausschuss für Finanzstabilität (AFS) erörtert und bewertet Gefahren für die Finanzstabilität in Deutschland, basierend auf Analysen der Deutschen Bundesbank. Daneben stützt er sich maßgeblich auf Erkenntnisse der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) aus ihrer Aufsichtstätigkeit über den Banken-, Versicherungs- und Wertpapiersektor.

Schocks, Verwundbarkeiten und Widerstandsfähigkeit

Die Deutsche Bundesbank analysiert und überwacht systemische und makroökonomische Implikationen eines Aufeinandertreffens von Verwundbarkeiten und Schocks. Darüber hinaus analysiert und überwacht sie die Widerstandsfähigkeit des Finanzsystems.

Unter Schocks werden hauptsächlich abrupte oder außergewöhnliche Veränderungen verstanden. Dies können stark fallende Vermögenspreise sein, aber auch plötzlich steigende Zinsen oder Risikoaufschläge. Sie folgen häufig makroökonomischen Ungleichgewichten, die sich mitunter über lange Zeiträume aufgebaut haben können. Schocks können das Finanzsystem oder einzelne Marktteilnehmer treffen und sich über deren Größe und Vernetzung auf das System auswirken. Treffen Schocks auf Verwundbarkeiten im Finanzsystem, können Schwierigkeiten eines oder mehrerer Marktteilnehmer oder deren Anpassungsreaktionen die gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen des ursprünglichen Schocks übermäßig verstärken und so die Finanzstabilität gefährden.

Verwundbarkeiten lassen sich nach strukturellen und zyklischen Eigenschaften unterscheiden. Strukturelle Verwundbarkeiten beziehen sich auf Eigenschaften des Finanzsystems, die direkte oder indirekte Ansteckungseffekte begünstigen. Beispiele sind zu große Marktteilnehmer (too-big-to-fail), zu vernetzte Marktteilnehmer (too-interconnected-to-fail) oder zu viele Marktteilnehmer, die ähnliche Risiken eingehen (too-many-to-fail).

Verwundbarkeiten aus ähnlichen Risiken vieler Marktteilnehmer können auch zyklischer Natur sein. Zyklische Verwundbarkeiten bauen sich typischerweise in wirtschaftlichen Aufschwungsphasen auf. Beispielsweise kann eine lange Phase guter konjunktureller Entwicklung dazu führen, dass Risiken unterschätzt werden. Die Kreditvergabe kann dann übermäßig ausgeweitet werden, sodass es in einem konjunkturellen Abschwung zu stärkeren Kreditausfällen, einem ausgeprägten Rückgang der Kreditvergabe und negativen Rückkoppelungen auf die Realwirtschaft kommen kann.

Wie stark sich Schocks auf das System auswirken, hängt entscheidend von dessen Widerstandsfähigkeit ab. Je besser z.B. einzelne Banken mit Eigenkapital und Liquidität ausgestattet sind, desto besser können sie Schocks abfedern und desto geringer sind die Rückwirkungen auf andere Finanzintermediäre. Eine ausreichende Widerstandsfähigkeit ist also eine Voraussetzung, damit das Finanzsystem seine Funktionen auch in Stressphasen erfüllen kann.

Evaluierung

Das Finanzsystem entwickelt sich ständig weiter. Beispielsweise wird es durch die zunehmende Digitalisierung beeinflusst. Daher müssen Analysemethoden und -bereiche regelmäßig reflektiert und kritisch überprüft werden. Dabei berücksichtigt der AFS sowohl Erkenntnisse aus der Wissenschaft als auch aus relevanten internationalen Gremien.